Meissner Porzellan im Kamelienhaus Königsbrück

 

Auch Reichgräfin Cosel spielt dabei eine Rolle 

Feine Schalen und Tassen mit dem hochwertigen Markenzeichen bei den historischen Kamelien in Königsbrück – das wäre schon nicht schlecht.

Aber nein – der Heimatverein Königsbrück hat mal wieder etwas Besonderes entdeckt. 

Tatsächlich gibt es die kaum bekannte Kamelie „Meissner Porzellan“, die jetzt im Kamelienhaus Königsbrück steht.

Vor fast 30 Jahren hatte der bekannte Dresdner Züchter Bernhard Knorr aus den USA Kameliensamen unbekannter, gemischter Sorten bekommen und diesen zum Keimen gebracht. Im Schloss Pillnitz wurden die Pflanzen aufgezogen und den schönsten Blüten Namen gegeben, „Meissner Porzellan“, „Gräfin Cosel“ und „Dresdner Frauenkirche“ – die Geschichte Sachsens fand sich in Kamelien wieder. Obwohl die bekannte Kamelienzüchterei Risse in Coswig die weitere Aufzucht übernahm, gerieten diese neuen Sorten jedoch in Vergessenheit.

Nunmehr hat der Heimatverein Königsbrück einige Exemplare dieser Kamelien durch Zufall gefunden und übernommen, sie können exklusiv im Kamelienhaus erworben und als sehr schöne Geschenke eines Stücks sächsischer Geschichte weitergegeben werden. Die Stückzahlen sind jedoch begrenzt. 

Aber es geht noch weiter. Die Kamelie „Gräfin Cosel“ bringt noch einen besonderen Charme aus der Geschichte, hatte die Reichsgräfin doch durchaus Bindungen zu Königsbrück.

Die Tochter der Gräfin Cosel (Anna Constantia Gräfin von Cosel, 1680-1765) und August dem Starken (Friedrich August I., 1670-1733) – Augusta Constantia Gräfin von Friesen (geb. von Cosel) war 1726 Gattin des Standesherrn Heinrich Friedrich Graf von Friesen in Königsbrück. August der Starke richtete deren Hochzeit standesgemäß drei Wochen lang auf dem Schloss Pillnitz aus. Leider verstarb Augusta Constantia 1728 mit noch nicht einmal 20 Jahren an Pocken.

Die alte Gräfin Cosel wurde in Königsbrück aber nochmal aktiv: Nach dem plötzlichen Tod des ohne Nachkommen gebliebenen Standesherrn August Heinrich Graf von Friesen 1755 (Marschall und General, Enkel der Gräfin Cosel) wollte sie mit 75 Jahren die Standesherrschaft Königsbrück erstreiten. Sie unterlag jedoch gerichtlich, erhielt eine Abfindung und die Röthaer Linie der Freiherren von Friesen stieg in Königsbrück ein. 

Mit diesen Fakten wird die starke Bindung von Königsbrück an den Dresdner Hof einmal mehr verdeutlicht. Daraus kann man auch ableiten, dass das Schellendorffsche Epitaph in der Hauptkirche seine besondere Bedeutung aus diesen frühen Ursprüngen hervorgeht. 

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